Für Klubs mit eigenen Anlagen ist es 5 vor 12

Das Foto zeigt v.l. Thomas Michel (Sportpolitischer SPD-Sprecher), Mark Krippner (SPD-Fraktionsvorsitzender), Susanne Jankowski und Michael Beckert (2. bzw. 1.Vorsitzender Elseyer TV) sowie Timo Schisanowski (Sportausschussvorsitzender)

Auf Einladung des ersten Vorsitzenden des Elseyer TV, Michael Beckert, trafen sich am Freitagabend der Sportausschussvorsitzende der Stadt Hagen Timo Schisanowski, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Mark Krippner und der sportpolitische Sprecher der SPD Thomas Michel in der vereinseigenen ETV-Sporthalle an der Heidestraße in Hohenlimburg, um vor Ort die Sorgen und Nöte zu erfahren an denen Vereine mit eigenen Sportstätten in unserer Stadt in einem immer größer werdenden Ausmaß leiden.

Seit Jahrzehnten leisten die Vereine mit eigenen Sportstätten ein Vielfaches an ehrenamtlicher Arbeit, viel mehr als dies sich manche überhaupt vorstellen können. „Eine solche Immobilie hält den Verein immer auf Trab. Ständig sind Reparaturen, Modernisierungen und Sanierungen vorzunehmen. Und nicht zu vergessen sind außerdem die laufenden Unterhaltungs-, allen voran die immensen Energiekosten. Angesichts solch kostenintensiver Herausforderungen wissen wir manchmal nicht wie wir all das nur mit unseren Mitgliedsbeiträgen überhaupt noch schultern sollen“, so der Vorsitzende Michael Beckert zu den sportpolitischen Vertretern. „Dabei sollte nicht vergessen werden, dass von einem Verein mit eigener Sportstätte auch alle anderen Vereine profitieren, zum Beispiel indem sonst benötige Trainingszeiten in städtischen Objekten freigehalten werden können“ so Beckert weiter. Große Summen an Sponsorengelder von Firmen stehen für einen Verein, der sich vorrangig dem Breiten- und Gesundheitssport – von der Mutter-Vater-Kind-Gruppe bis zur Seniorengruppe – sowie einer sehr engagierten Jugendarbeit verschrieben hat, nicht zur Verfügung. Umso wichtiger wären die finanziellen Unterstützungen, die aus der Sportpauschale bereitgestellt werden könnten.
„Schon seit Beginn der Legislaturperiode haben wir uns als SPD auch für diese Art der Mittelverwendung ausgesprochen. Da lässt sich durch die Muskelhypothek der Vereinsmitglieder aus einem Euro ein großer Mehrwert erzielen, der weitaus größer ist als dies eine Kommune beispielsweise durch Ausschreibung und Auftragsvergabe selbst kann. Die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements trägt durch diese Unterstützung reichlich Früchte“ so der sportpolitische SPD-Sprecher Thomas Michel.

Bei allen Sparanstrengungen die eine Kommune in einer Finanzsituation wie Hagen erbringen muss, hat der Sport in unserer Stadt seinen Beitrag stets vorbildhaft geleistet, zuletzt mit den Beschlussfassungen zum Haushaltssicherungskonzept. Der Sportausschussvorsitzende der Stadt Hagen Timo Schisanowski stellt hierzu fest, „dass sich auf der einen Seite der Sport seiner Mitverantwortung für die Haushaltssanierung nachweislich immer sehr wohl bewusst war und ist. Verantwortung bedeutet aber zugleich auch, dass auf der anderen Seite Politik und Verwaltung auf allen Ebenen das vorbildliche ehrenamtliche Engagement von Sportvereinen mit vereinseigenen Anlagen anerkennen müssen. Und das nicht länger einfach nur symbolischer sondern auch finanzieller Art. Deshalb gilt es den betroffenen Vereinen jetzt endlich eine konkrete Lösung beim Thema der Finanzierung von vereinseigenen Sportanlagen aufzuzeigen.“

„Andere Städte in vergleichbaren finanziell prekären Situationen haben es bereits vor Jahren geschafft, diese Unterstützungsmöglichkeit aus den jährlich fließenden Landeszuwendungen an die belasteten Vereine weiter zu leiten. Dies muss auch in Hagen möglich sein.“ fordert SPD-Fraktionsvorsitzender Mark Krippner. Vielfach habe er die Gespräche mit führenden Kommunalpolitikern aus ganz NRW gesucht, die ihm nicht selten von vereinsfreundlichen Lösungen in ihren Städten und Gemeinden berichtet hätten. Somit fühle er sich in der Sichtweise seiner SPD-Sportfraktion hier vor Ort nur noch weiter bestärkt.

Die SPD-Fraktion im Sportausschuss fordert die Verwaltung jetzt mit Nachdruck auf, den betroffenen Vereinen mit eigenen Sportanlagen endlich eine finanziell tragfähige Zukunftsperspektive aufzuzeigen, die ganz konkrete Zahlen und Fakten beinhaltet. Gemeinsam müssen Verwaltung und Politik in einen Dialog mit den Sportvereinen treten. „Die SPD wird dies in der nächsten Sitzung des Sportausschusses zum Thema machen. Einen entsprechenden Antrag haben wir jetzt offiziell gestellt“ teilt ihr sportpolitischer Sprecher Thomas Michel aktuell mit.

ETV-Vorsitzender Michael Beckert konnte mit Freude feststellen, dass die Sportpolitiker sich nicht länger hinhalten lassen wollen, nachdem die Verwaltung im Sportausschuss schon mehrfach eine Lösung der Frage in Aussicht gestellt hat durch Beratungen des Verwaltungsvorstandes mit dem Oberbürgermeister an der Spitze. Diese waren angekündigt worden zunächst für nach Ostern, dann verschoben auf die Zeit nach den Sommerferien und auch bis zum heutigen Tag hat man ohne jede Begründung immer noch gar nichts von sich hören lassen.
Die vier waren sich einig: für die Vereine ist es „fünf vor zwölf“, ansonsten gehen in so manchen vereinseigenen Sportstätten für immer die Lichter aus. Dies gelte es im Sinne der betroffenen Vereine mit ihren vielen Sportlern und ehrenamtlich engagierten Mitgliedern unbedingt zu verhindern. „Nicht zuletzt in Hagen als lebendige Sportstadt, die es wert ist von uns allen gemeinsam aufrechterhalten zu werden“, so Sportausschussvorsitzender Timo Schisanowski abschließend.