Offener Brief an Klaus Hacker & die Hagener Kulturlandschaft!

Sven Söhnchen, Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion

Lieber Klaus Hacker,
sehr geehrte kulturbegeisterte Hagenerinnen und Hagener,

mit großem Erstaunen nehmen wir das Schreiben an die Theaterfreunde zur Kenntnis.
Anders als es bisher die Art war, zeichnet es sich nicht durch Fachlichkeit und das derzeit notwendige Fingerspitzengefühl aus.

Ja, die Lage der Stadt Hagen ist ernst und das Zusammenspiel zwischen Hagen und Arnsberg verläuft in der Thematik nicht optimal. Auch sollte es derzeit nicht politischer Stil sein, dass sich die Parteien den „schwarzen Peter“ zuschieben. Vielmehr gilt es, in möglichst großem Konsens den Haushalt zu stabilisieren und die Eigenständigkeit der kommunalen Selbstverwaltung zu retten.

Ja, es ist auch richtig, dass bis zum 29.11.2012 ein Defizit von 21,5 Millionen Euro ausgeglichen werden muss und es entspricht auch der Tatsache, dass der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann intern auf den nach seinen Feststellungen im interkommunalen Vergleich zu hohen städtischen Zuschuss im Kulturbereich hingewiesen hat.

Was aber nicht stimmt, ist, dass verantwortungsvolle Politiker oder Verwaltungsmitarbeiter seit der „geplatzten Bombe“ auch nur den Spielball „Kultur/Theater“ aufgenommen haben.
Es zeichnet sich eine Lösung für das 21-Millionen-Delta ab, in dem keine Kulturbe-schneidung vorgesehen ist. Das ist aus unserer Sicht auch gut so.

Es ist daher derzeit überhaupt nicht nachzuvollziehen, wie man aus den eigenen Reihen derartige Störfeuer entfachen kann, die sowohl innerhalb der Politik und Verwaltung für Verwunderung sorgen, aber auch bei den betroffenen Personen im Umfeld der Hagener Kultureinrichtungen wahre Existenzängste auslösen.

Selbstverständlich ist jede Hagener Bürgerin und jeder Hagener Bürger gerngesehener Gast im Rathaus, sowohl in den Fachausschüssen, wie auch bei den Ratssitzungen. Und natürlich ist es wünschenswert, den gemeinsamen Dialog zu führen. Aber wir verweisen hier (ausnahmsweise) auf die Worte des KWA-Vorsitzenden Wolfgang Röspel im letzten Kulturausschuss: „Erst einmal hat die Sicherung des Haushaltes Priorität“! Und dieser zeichnet zurzeit keine weitere Einsparung im Kulturbereich auf!

Im Nachgang werden wir uns mit der Gesamtsituation und dem neuen Kulturentwicklungs-plan auseinandersetzen. Die neue Auffassung der Verwaltung, dass eine Rechtsformänderung den direkten Übergang in eine Insolvenz nach sich ziehen könne, war übrigens bereits mehrfach von der SPD-Fraktion und den Arbeitnehmervertretern angesprochen worden….und wurde bisher lächelnd zurückgewiesen.

Im Sinne eines gemeinsamen Erfolges für die Hagener Kultur und den Erhalt des Theaters in seiner wundervollen Vielfalt bitten wir Sie, zu einer vernünftigen inhaltlichen Diskussion zurückzukehren – ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich zu verunsichern.

Übrigens steht die SPD-Ratsfraktion auch zu dem Beschluss im HSP, wonach die erforderliche Einsparvorgabe an die Rechtsformänderung gebunden ist. Für eine andere Vorgehensweise oder andere Konzeptionen, auch wenn sie vom Verwaltungsvorstand eventuell favorisiert sind, gibt es keinen politischen Beschluss! Dieser würde allerdings selbst von einem königsgleich-regierenden Oberbürgermeister Dehm benötigt werden.

Gerne kommt die SPD-Fraktion dem Wunsch nach einem gemeinsamen Gespräch nach – sobald wir den Haushalt mit Arnsberg „durchgeboxt“ haben.

Wir stehen, wie ja in unzähligen Gesprächen schon gezeigt, zu unserer Kultur- und Theaterverantwortung und freuen uns auf den gemeinsamen Erfolg!

Glück auf,

Mark Krippner, Fraktionsvorsitzender

Sven Söhnchen, Kulturpolitischer Sprecher