Partnerschaft des türkischen Jugendzentrums Mugla mit dem Friedenshaus in Altenhagen

 

Die Teilnehmer aus Mugla und Hagen im Hagener Ratssaal.

Sven Söhnchen, SPD-Ratsherr und stellvertretender Vorsitzender im kommunalen Jugendhilfeausschuss.

Ein städtisches Jugendzentrum in der türkischen Stadt Mugla, in der vermehrt Oberstufenschüler und Studenten verkehren, bildet seit 8 Jahren eine intensive Partnerschaft mit dem Friedenshaus in Altenhagen.

Gegenseitige Besuche stehen dabei jährlich auf dem Austauschprogramm der beiden Einrichtungen – ein Austausch der zur Völkerverständigung ebenso beiträgt wie zur kulturellen Erweiterung aller beteiligten Jugendlicher.

Im Rahmen des vierzehntägigen Besuches der 17-köpfigen türkischen Delegation bietet der Kinder- und Jugendverband SJD/Die Falken ein reichhaltiges Programm mit Besichtigungen und Diskussionen über das Leben von Jugendlichen in Deutschland.
Auf Anfrage von Meral Karadag, der Hagener Delegationsleiterin und die Einrichtungsleiterin des Friedenshauses Altenhagen, nahm sich auch Sven Söhnchen, SPD-Ratsherr und stellvertretender Vorsitzender im kommunalen Jugendhilfeausschuss, Zeit für die Jugendlichen und das Betreuerteam. Einer kleine Führung durch das Hagener Rathaus folgte im Ratssal eine umfassende Schilderung von kommunalpolitischen Aufgaben in Deutschland – und wie diese besonders von Jugendlichen in der ansässigen Demokratieauslegung begleitet werden kann.
Mit großem Interesse folgten die 15-22jährigen jungen Leute aus der Türkei den Mitgestaltungsmöglichkeiten über Jugendhilfeausschuss, Jugendräte und Schulen.

In der folgenden, fast einstündigen, Diskussion, die von Karadag übersetzt wurde, gewannen beide Seiten ein engeres Bild von dem Leben in dem anderen Land. So war es für den Kommunalpolitiker Söhnchen durchaus interessant, die Entwicklungen im derzeit politisch angestrebten Zusammenwachsen von Religion und Politik in der Türkei aus Sicht der Betroffenen zu erfahren. Auch innerhalb der türkischen Delegation gab es hierzu unterschiedliche Ansichten, die sowohl eher dem Kemalismus oder dem zunehmenden Islamismus in der Politik ihres Landes zusprechen.
Hintergründe erfuhr Söhnchen dabei auch über das bisherige Politsystem in der Türkei, in dem die Religionsfreiheit nicht allzuviel beachtet wurde.
Für die türkischen Teilnehmer war in der Diskussion natürlich auch die Bundespolitik von Bedeutung, welche sich oftmals an der Person der Bundeskanzlerin Merkel festmachte. Zudem wurde der Hagener Politiker nach seiner Sichtweise zu den türkischen Politthemen Erdogan, Gazi-Park und/oder Flughafen-Planung Istanbul befragt – Fragen, die von der Hagener Kommunalpolitik weit entfernt sind.

Ein Fazit konnten sowohl die jungen Türken, wie auch Sven Söhnchen ziehen: ein kommunikativer Austausch zwischen den Kulturen ist die beste Waffe gegen Fremdenhass, Ignoranz und jeder Form von Extremismus. Daher wird auch die Stadt Hagen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, weiter solche Begegnungen unterstützen – selbst wenn es nur durch den Austausch mit heimnischen Politikern ist.