Werkhof-Pilotprojekt soll Flüchtlingen helfen

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Mark Krippner (l.) und seine Stellvertreterin Nesrin Öcal ließen sich von Geschäftsführer Ralph Osthoff durch die Werkhof-Einrichtungen führen. Unter anderem besichtigten sie auch die Fahrradwerkstatt in der Nahmer.

Hagen. Einen Überblick über die vielfältigen Integrations- und Beschäftigungsmaßnahmen verschafften sich jetzt der SPD-Fraktionsvorsitzende Mark Krippner und seine Stellvertreterin Nesrin Öcal bei der Werkhof gGmbH. An verschiedenen Standtorten in Hagen und Hohenlimburg bietet der Werkhof langzeitarbeitslosen Menschen verschiedenste Beschäftigungen in Sozialkaufhäusern und Werkstätten an. Ziel ist und bleibt dabei die Annäherung an den ersten Arbeitsmarkt.
Wie die beiden Kommunalpolitiker bei ihrer Rundreise in der Obernahmer von Werkhof-Geschäftsführer Ralph Osthoff erfuhren, möchte sich der Werkhof auch bei der Betreuung von Flüchtlingen mit einem besonderen Programm einbringen. „Wir haben hier in Hohenlimburg eine hervorragend ausgestattete Werkstatt. Hier wurden in erster Linie Fahrräder repariert, hier kann aber auch geschweißt und sogar geschmiedet werden. Es gibt sicherlich unter den Flüchtlingen Handwerker oder zumindest handwerklich begabte Menschen, die sich hier betätigen könnten“, so die Idee von Ralph Osthoff. Die Nähe zu der Flüchtlingsunterkunft in der Regenbogenschule biete sich geradezu an für ein solches tagesstrukturierendes Projekt. Nesrin Öcal und Mark Krippner sagten dafür ihre volle Unterstützung zu. „Für die Menschen ist doch das Schlimmste, dass sie in solch einer Unterkunft zunächst einmal zum Nichtstun verdammt sind. Sie dürfen nicht arbeiten und haben kaum Zugang zu Freizeitangeboten. Da ist solch ein Projekt mehr als sinnvoll. Möglicherweise entwickeln sich daraus ja auch Zugänge zum Arbeitsmarkt“, so Mark Krippner
Bereits zu Weihnachten hatte sich der Werkhof um Flüchtlingskinder gekümmert. Im Rahmen einer Weihnachtsfeier gab es Spielzeug-Geschenke, die ebenfalls aus einem Werkhofprojekt stammen. Hinter dem Projektnamen „Rückspiel“ stehen Menschen mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit, die gebrauchtes Spielzeug in Werkstätten restaurieren, das anschließend kostenlos an Sozialeinrichtungen weitergegeben wird. Darunter befinden sich der Warenkorb Hagen, die Dortmunder Tafeln oder auch die Russlandhilfe in Altena. Bei diesem Projekt mit bis zu 50 Arbeitsplätzen handelt es sich gleichzeitig um eine komplette Übungsfirma mit Werkstätten, Verwaltung, Logistik und Kantine.
Natürlich warfen Nesrin Öcal und Mark Krippner auch einen Blick ins „Nähstübchen“, wo unter dem Leitmotto „Integration durch Kreativität“ Frauen mit Migrationshintergrund durch eine kreative Tätigkeit in den Berufsalltag integriert werden. Nicht fehlen durfte zum Schluss der Besuch der Werkstätten und Ausstellungsräume von Möbel & Mehr in Eckesey. An der Eichendorffstraße werden gut erhaltene Gebrauchtmöbel für Menschen mit einem kleinen Geldbeutel aufgearbeitet und wieder zum Verkauf angeboten. „Ich konnte mich davon überzeugen, dass in den Werkstätten des Werkhofs hervorragende Arbeit geleistet wird, um mit der Unterstützung des örtlichen Jobcenters Jugendliche und langzeitarbeitslose Menschen wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Dieses Zusammenspiel muss fortgeführt und noch ausgebaut werden“, so Nesrin Öcal, die Mitglied der Trägerversammlung des Jobcenters ist.