Hohenlimburger Fußgängerzone probeweise für Autos öffnen

Der Fraktionsvorstand mit Claus Rudel, Sven Söhnchen, Dr. Friedrich Wilhelm Geiersbach (v.r.) und Jörg Meier (l.) besuchten den Vorstand der Werbegmeinschaft, vertreten durch Maibritt Engelhardt und Gerhard Stenner. Die Hohenlimburger Bezirksvertreter Mark Krippner und Muhammed Akkaya nahmen ebenfalls an dem Gespräch teil.

 

Die SPD-Ratsfraktion hat sich mit der Hohenlimburger Werbegemeinschaft über die Belebung der Hohenlimburger Innenstadt ausgetauscht. Claus Rudel, Fraktionsvorsitzender der SPD-Ratsfraktion lobte ausdrücklich die vielschichtigen Aktivitäten der Citymanagerin Lea Zila und der Werbegemeinschaft, die erkennbar bereits zu einer positiveren Wahrnehmung der Hohenlimburger Innenstadt beigetragen haben.

Jörg Meier, Sprecher der SPD-Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss, machte deutlich, dass aus Sicht der SPD-Fraktion zukünftig über eine stärkere Durchmischung der Erdgeschosslagen in der Fußgängerzone auch mit Wohnen nachgedacht werden sollte. „Dies würde zu einer zusätzlichen Belebung in der wunderschönen Innenstadt Hohenlimburgs führen. Auch eine Durchlässigkeit für Pkw, zumindest im Einbahnstraßenverkehr, hält Meier für wünschenswert. „Gerade in Nebenzentren hätte es sich gezeigt, dass die dortigen Geschäfte von einer Anfahrbarkeit deutlich profitieren würden“, so Meier. Grundsätzlich sollten die Hohenlimburger auch darüber nachdenken, ob es richtig ist, dass man über die Grünrockstraße in die Hohenlimburger Innenstadt und zum Rathaus fährt. Aus Sicht der Genossen sollte die Kreuzung Stennertstraße/Freiheitsstraße wieder als Zufahrt zum Hohenlimburger Rathaus aktiviert werden. „Man lässt seine Gäste ja auch vorne durch die Haustür und nicht über den Nebeneingang“, so Meier.

Natürlich war auch die geplante Erweiterung des Lidl-Marktes in Elsey ein Thema. Die Vertreter der Werbegemeinschaft betonten in dem Gespräch noch einmal, dass die Bezirksvertretung mit dieser Entscheidung ganz klar gegen das einmal festgesetzte Einzelhandelskonzept für Hohenlimburg verstoße.  „So weicht man die selbstgeckten Ziele auf und zieht unserer Meinung nach immer mehr Kaufkraft aus Hohenlimburg in Richtung Grüne Wiese ab“, so ihre Bewertung. Aufgrund der formulierten Kritik durch die Werbegemeinschaft habe auch die Bezirksregierung in Arnsberg ihre Bedenken geäußert. Die Steuerung des Einzelhandels im Elseyer Sondergebiet durch die Stadtverwaltung sei halbherzig und inkonsistent. Eine Handhabe, in Entscheidungen der Stadtverwaltung einzugreifen, gebe es aber nicht. Jörg Meier, Sprecher der SPD-Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss, sieht durch das konkrete Vorhaben zwar einen möglichen Einfluss für Nahversorgungszentrum Elsey, aber weniger für die Hohenlimburger Innenstadt. Natürlich kann man das Verfahren kritisieren. Dies hat die SPD auch im Stadtentwicklungsausschuss zum Ausdruck gebracht. Allerdings liegt die Entscheidungsbefugnis für das Abweichungsverfahren bei der Bezirksvertretung, die sich bekanntlich gegen die Stimmen der SPD anders entschieden hat.

Sowohl die Werbegemeinschaft als auch für die SPD-Fraktion müssten jetzt umso mehr den Blick nach vorne richten, um die Hohenlimburger Innenstadt wieder mit geschäftigem Leben zu füllen. Auch der 2. Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Gerhard Stenner, favorisierte  die probeweise Öffnung der Hohenlimburger Fußgängerzone für den Autoverkehr. Maibritt Engelhardt verdeutlichte das: „Wie in der Politik, so gibt es auch bei uns Befürworter und Gegner dieser Maßnahme. Aber so lange wir es nicht ausprobiert haben, können wir auch kein eindeutiges Ergebnis präsentieren. Daher wäre ein Probebetrieb über 6 Monate oder ein Jahr für alle sehr aufschlussreich.“ Dabei denkt sie an eine Einbahnregelung, bei der die Autos an der Hohenlimburger Freiheit im Schritttempo in die Fußgängerzone einfahren können um dann an der oberen Herrenstraße wieder auf die Bahnstraße auszufahren. „Natürlich müssten entlang dieser Trasse auch Parkplätze ausgewiesen werden. Die anwesenden Genossen stimmten zu, sehen sie in diesem Vorstoß ebenfalls eine Möglichkeit zur Attraktivierung der Innenstadt. Zumal das Pflaster, das seinerzeit für eine Fußgängerzone verlegt wurde, bereits an vielen Stellen abgängig ist. „Die Beschädigung des Untergrundes kann also kein Argument mehr gegen einen Probebetrieb sein.“

Claus Rudel sicherte der Hohenlimburger Werbegemeinschaft in dieser Hinsicht die Unterstützung der SPD Fraktion zu. Nach dem vorangegangenen Besuch der Fraktion bei der Hohenlimburger Citymanagerin Lea Zila und dem jetzigen Gespräch mit der Werbegemeinschaft wird die Hagener Ratsfraktion weiterhin den engen Kontakt zu den Hohenlimburger Kaufleuten halten, um gemeinsam Lösungen für eine Verbesserung zu finden und umzusetzen.