CDU bringt Unruhe in die Hagener Schullandschaft

Dr. Friedrich-Wilhelm Geiersbach

Die SPD-Fraktion im Rat ist entsetzt darüber, welche unnötige Unruhe die CDU mit verfehlten Entscheidungen und öffentlichen Auftritten in die Hagener Schullandschaft bringt. „Was uns hier gerade vorgespielt wird, das ist völlig überflüssig, geht an den reinen Sachthemen vorbei und sorgt für Irritationen an den Gymnasien und neuerdings auch an den Grundschulen“, kritisiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Claus Rudel die jüngsten Äußerungen des Hohenlimburger CDU-Ratsherren Willi Strüwer in dieser Zeitung.

Mit der Forderung nach einem klaren Bekenntnis zum Erhalt der Hohenlimburger Wesselbachschule erweckt Strüwer den Eindruck, als sei der Betrieb der Schule in Frage gestellt worden, weil sich der Einbau neuer Fenster verzögere. „Das genaue Gegenteil ist der Fall. Ich frage mich wirklich, wofür die CDU mit fünf Vertretern im Schulausschuss sitzt. Darunter befindet sich übrigens auch die Hohenlimburger Ratsfrau Hanne Fischbach“, so Rudel, der selbst dem Gremium angehört. Denn erst am Dienstag dieser Woche tagte der Ausschuss und befasste sich im Rahmen des Schulsanierungsprogramms mit der katholischen Wesselbachschule und möglichen Feuchtigkeitsproblemen in der Immobilie. Im Rahmen dieser Diskussion habe sowohl die Schulverwaltung als auch die Politik gleich mehrfach betont, dass diese Schule in dieser Form und an diesem Standort zu erhalten ist.

„Daher hat der Schulausschuss die Gebäudewirtschaft unserer Stadt aufgefordert, Mängel – ob nun im Mauerwerk oder an den Fenstern – zu beheben und damit für einen sicheren und reibungslosen Schulbetrieb zu sorgen“, fasst Claus Rudel die Fakten zusammen. Was hier von Seiten der CDU öffentlich betrieben wird, sei unnötige Panikmache. „Ich kann nicht nachvollziehen, warum hier Kinder und Eltern derart verunsichert werden. Es wäre sicher hilfreich, wenn die CDU-Mitglieder aus Ausschuss und Ortsunion mal miteinander reden würden.“

 

Für Ärger, Zerwürfnisse und Unzufriedenheit bei Schülern, Eltern und Lehrern sorgt die CDU auch in der gymnasialen Schullandschaft, nachdem sie sich im Schulausschuss am Dienstag vehement für eine Ausnahmegenehmigung für das Albrecht-Dürer-Gymnasium eingesetzt und damit die Mehrheitsentscheidung für eine einmalige Dreizügigkeit der Schule durchgesetzt hat.

„Wir können die Enttäuschung aller Eltern verstehen, wenn ihre Kinder nicht an der Wunschschule aufgenommen werden können. Das kommt in allen Schulformen immer wieder vor, ist aber nicht zu vermeiden. Wir können aber nicht verstehen, dass der Schulausschuss die gemeinsam mit der Verwaltung verabredeten Regeln zur Zügigkeit der Gymnasien und zum Aufnahmeverfahren aufgrund von einigen Protesten außer Kraft setzt“, so Dr. Friedrich-Wilhelm Geiersbach, Sprecher der SPD-Fraktion im Schulausschuss.

Denn aktuell, so Dr. Geiersbach, stünden alle Betroffenen durch diese Gefälligkeitspolitik vor einem riesigen Scherbenhaufen. Die Schulleiter aller weiteren Hagener Gymnasien seien zu Recht verärgert über die hier an den Tag gelegte Unzuverlässigkeit des Schulausschusses, der zudem gegen den fachlichen Rat der Schulverwaltung für diesen Eklat gesorgt habe.

„Wenn jetzt die auf den Plan gerufene Schulaufsichtsbehörde in Arnsberg diese Ausnahme verbietet oder aber auch der Rat die Entscheidung des Schulausschusses richtigerweise revidiert, dann hat die CDU die Eltern und Kinder, die sich für mehr Klassen am AD eingesetzt haben, mit dieser Schlingerkurspolitik gänzlich verprellt.“

Dr. Geiersbach fordert daher alle Fraktionen im Rat dazu auf, zu einer geordneten und seriösen Schulpolitik zurückzukehren und erinnert in diesem Zusammenhang an die jährlich wiederkehrenden Probleme bei der Aufnahme von Schülern an den Hagener Gesamtschulen. Dort müssten immer wieder rund 100 Schüler abgewiesen werden, die an keiner der Gesamtschulen einen Platz bekommen. „Vielleicht sollten wir darauf einmal mehr den Fokus unserer Schulpolitik legen. Denn wer in Hagen aufs Gymnasium gehen möchte, der bekommt im Gegensatz zur Gesamtschule auch einen Platz – wenn auch nicht immer an seinem Wunschgymnasium.“