Begrünte Bushäuschen und sanftes Licht für Insekten

 

 

Mit mehreren Anträgen wurde die Verwaltung von der SPD-Fraktion aufgefordert, städtische Flachdächer zu begrünen, mit Solaranlagen zu bestücken oder beide umweltfreundlichen Maßnahmen zu kombinieren. Auch sollte darüber nachgedacht werden, bei Neubauten Dachbegrünungen im Bebauungsplan zu forcieren.

Ein weiteres gutes Beispiel aus unserem Nachbarland Holland hat die SPD-Ratsfraktion dazu veranlasst, für den nächsten Umweltausschuss erneut einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung zu stellen. So wird die Hagener Straßenbahn aufgefordert zu erläutern, inwieweit sich die Dachflächen von Bushaltestellen nutzbar machen lassen.

Insbesondere sollen Möglichkeiten zur extensiven Begrünung bzw. Bepflanzung erörtert werden. Des Weiteren soll bei größeren Flächen, die eine effiziente Photovoltaik-Anlage erlauben, auch eine Kombination von Begrünung und Photovoltaik untersucht werden.

In der niederländischen Stadt Utrecht wurden kürzlich über 300 Bushaltestellen mit einer Dachbegrünung versehen. Mit dieser Maßnahme wird Feinstaub reduziert und Insekten eine neue Nahrungsquelle und neuer Lebensraum gegeben. Bienen und Hummeln profitieren hier in besonderem Maße.  Zum Einsatz kommen hauptsächlich Sedum-Pflanzen. Extensive Dachbegrünungen werden nicht bewässert und nur selten leicht gedüngt, der Unterhalt beschränkt sich auf ein bis zwei Kontrollgänge pro Jahr. So begrünte Dächer isolieren gleichzeitig und sorgen im Sommer für Kühlung, sie sind längst als sinnvolle Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität und der Insektenvielfalt anerkannt.

Darüber hinaus wird die Verwaltung in einem weiteren Antrag der SPD-Fraktion aufgefordert zu berichten, ob und mit  welcher Lichttechnik bei der Beleuchtung des öffentlichen Raums auf eine möglichst hohe Verträglichkeit für Insekten geachtet wird. Hier hat unter anderem der BUND zahlreiche Tipps und Empfehlungen zur Auswahl von insektenfreundlichen Leuchten, dem Abstrahlwinkel, der Farbtemperatur, und den Betriebszeiten zusammengestellt.

„Beleuchtung und Artenschutz sind keine un­lös­baren Gegensätze. Die Anforderungen an eine effi­ziente Beleuchtung decken sich mit den Interessen des Na­turschutzes. Lampen- und Leuchtenhersteller bieten bereits heute Produkte zur umweltfreundlichen Be­leuch­tung an, die sich überdies als energie- und kos­tensparend erweisen“, so der BUND.